20 Jahre voller Skaterruhm

LÜDENSCHEID 1990.

Skateboarden ist der kommende Trend. Es ist das Jahr in dem die Geschichte mit der Gründung des Spaßmacher- Geschäfts: Schubidu durch Marco Köhler beginnt. Zwei Jahre später werden hier bereits die ersten importierten amerikanischen Schuhe, die „Inliner“ verkauft, wenig später wurde aus dem Fitnessskaten ein Stunt- Skaten: Marco erinnert sich zurück: „So wurden dort dann die ersten „krassen Sachen“ ausprobiert. Die Jugendlichen fingen an, zu springen und verschiedene Kombinationen auszuprobieren. Während Skateboard gerade ausstarb war der Inline- Skatesport aus Amerika erfolgreich rübergeschwappt- und so begann eine neue Ära!“.

1995.

...war Inliner- Fahren dann der Trendsport überhaupt und die Skater bekamen über 4000 Unterschriften zusammen, mit denen sie eine Anlage von der Stadt forderten. Und das war nicht alles, schließlich marschierten sie mit allen Skatern auf den alten Rathausplatz und bauten provokant Jumpramps auf, befuhren diese, sowie naheliegende Treppen. Die Resonanz der Stadt war groß: so gab es ein halbes Jahr Später im Jahr 1995 schon das erste Treffen am Jahnplatz. Der Sozialdezernent Herr Schröder schlug den Skatern einen Deal vor: Die Skater sollten die Jahnhalle zur eigenen Verfügung bekommen. Spontan zog Marco nach Münster los, um Titus Dittmann auf der Ispo (Internationale Sportmesse) zu treffen und ihm bei einem Bierchen um Hilfe zu bitten. Das Ergebnis: Die riesige Halfpipe der Dortmunder Weltmeisterschaft im Skateboarden, des Monstermasterchips wurde der Jahnhalle zugesprochen. „Da war klar, wir haben es geschafft. Wir haben eine Monster- Halfpipe! Müssen wir nur noch abholen… Dann habe ich mir einen 7,5 Tonner geliehen und dachte mir, da fährst du einmal hin und kommst mit einer Halfpipe zurück. Das war wohl nichts!“, erinnert sich Marco lachend. Bis in die Nacht hinein sei er mit der Hilfe von vielen weiteren Skatern wie Armin Riese und "Hoschy": Olaf Hartschwager sechs Mal die Strecke gefahren und umgeladen, eingekarrt und dann in Lüdenscheid abgeladen. Prompt kam das nächste Problem: „Wie kriegen wir die Riesendinger jetzt da rein?“ – Kurzer Hand wurde anschließend ein riesiges Loch in die Mauer der Halle geschlagen- und das war dann die Geschichte zum Rolltor! (Fluchtwege nach Brandschutzverordnung waren damit auch gegeben)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1996.

Nun wurd es ernst: Marco gründete den SCS (Skateclub Sauerland e.V.). Zur weiteren Finanzierung von Rampen musste ein finanzielles Fundament aufgebaut werden, so meldeten sich gleich 400 Begeisterte Skater in dem neu gegründeten Skateclub Sauerland (SCS) an, die 100DM Aufnahme-, sowie eine Jahresgebühr zahlten. So konnten die ersten Rampen gebaut werden: Schnell entstand, ausgelegt für Inliner, eine riesige Spine- Ramp, eine Mini- Halfpipe, die große Bank, sowie eine große Pyramide in der Halle. Als dann das Skaten begonnen werden sollte, stellten die Skate- ambitionierten fest: „Scheiße! Auf dem Turnhallen-Gummiboden, der aus Tartan (geschredderten Autoreifen) bestand kann man ja gar nicht skaten!“, erzählt Marco. Das finanzielle Fundament war aufgebraucht, so wurden Sponsoren angefragt: die Stadtwerke Lüdenscheid stellte Mittel zur Verfügung, um mit einem Mini- Bagger den ganzen Boden aus der Halle heraus zu nehmen und mit Gussasphalt neuen, befahrbaren Boden zu schaffen. Die nächste Finanzierung ging dann in eine Dunkelheizung für 35.000DM. In den nächsten zwei Jahren wurde die Monster um die Wall erweitert.

 

1998. 

Das Inline- skaten wurde wieder „out“ und das Skateboarden war erneut stark im Kommen, die Konsequenz: Ein Street- Parkour, der skateboardfreundlich sein musste, wurde gefordert. Ab diesem Zeitpunkt wurde dann bis 2002 geplant und gespart. Die Spine wurde abgerissen und einer von vielen Layout- Plänen wurde in die Tat umgesetzt. Die Halle bekam zwei neue Pyramiden mit Anfahrmöglichkeiten von allen Seiten. Auch der Roll- In oberhalb des Eingangs wurde eingesetzt.

2003. 

...gab es dann sogar eine kleine Neueröffnungsfeier.

Erste digitale Entwürfe, die dann 2003 umgesetzt wurden.

Die Umsetzung:

Seit 1996 beaufsichtigte Doro Ziesla als „gute Seele der Halle“ das Geschehen in den Öffnungszeiten der Jahnhalle. 2003 übernahm ihr Mann Andreas ihren Job. An Doro denkt Marco gern zurück: „Bei Doro herrschte immer Zucht und Ordnung: selbst beim Rauchen in der Halle hat sie immer gut durchgegriffen.“ Inzwischen sei Doro wieder an Wochenenden in der Halle.

2008.

Nach vielen kleinen Contests, wie 06.12.2008 der Santa Claus- Skate- Contest, wurde die Skateboard- Ära von Bikern und einer jungen Scooter- Generation abgelöst- was folgte war klar... Erneute Umbauten!

 

2013.

Antreibende Biker waren hier Kosta Adoniadis und Paco Alves.

So wurde die Halle um zwei Quarters erweitert, zwei Ledges wurden abgerissen, außerdem wurde die große Pyramide auf der Jumpfläche erhöht: Biker haben nun eine noch bessere Landung nach dem größten Sprung in der Halle.

 

2016.

Nach 20 Jahren Skate- Geschichte und ungefähr einer Millionen Euro Investition (bemerkenswerte 50% Eigenfinanzierung) in die Jahnhalle wird es Zeit Danke zu sagen, allen Skatern, Inlinern, Bikern, Scootern und weiteren Nutzern, die mit ihren Eintrittsgeldern und Jahresbeiträgen immer die Jahnhalle supporten. Ohne die finanzielle Unterstützung der zahlreichen Sponsoren, hervorzuheben die Sparkasse- und die Stadtwerke Lüdenscheid, würde die Jahnhalle heute nicht mehr bestehen. Doch der größte Dank sollte an Marco Köhler gehen, Gründer von der ersten Sekunde der Jahnhalle an. Mit seinem Herzblut für diese Halle und immer andauernden Bemühungen, die Jahnhalle für alle Skater nutzbar zu gestalten wird er ganz sicherlich in die Geschichte Lüdenscheids eingehen!

 

Jan Lehmann, Lüdenscheid, Mai 2016.